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Rebound-Effekt Lebensstilgruppen gezielt ansprechen

Ressourcenschonung und effiziente Energienutzung sind die bedeutendsten Leitlinien für einen nachhaltigen Lebensstil. Allerdings zeigen die Erfahrungen, dass die durch technische Maßnahmen erwarteten Effizienzsteigerungen im praktischen Leben vielfach bei weitem nicht erreicht werden. Dafür verantwortlich sind Rebound-Effekte. Das heißt, die durch die energieeinsparenden Maßnahmen oder Technologien zu erwartende höhere Effizienz wird durch das Verhalten der Bevölkerung zu einem Teil wieder egalisiert. Das deutsche Umweltbundesamt spricht von einem Effizienzverlust von rund einem Fünftel.

In einer Comic-Serie stellen wir hier nach und nach die unterschiedlichen Lebenstilgruppen und ihren Einfluss auf den Rebound-Effekt vor.

Zur Erreichung der Ressourcen- und Klimaziele legen Oberösterreich, Österreich und die Europäische Union ihr Hauptaugenmerk auf zwei Bereiche: den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger und die Steigerung der Energieeffizienz. Die Berücksichtigung von Rebound-Effekten ist notwendig, um gesetzte Ziele nicht zu verfehlen und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Ein gewichtiger Hebel liegt hier bei der Bevölkerung selbst. Studien zeigen, dass Rebound-Effekte sehr stark von den Lebensstilen der beteiligten Personen abhängig sind, etwa was das Fortschrittsdenken, die Akzeptanz von neuen Technologien oder auch die finanziellen Möglichkeiten betrifft.

Um Menschen gezielt anzusprechen, ist eine Betrachtung der in unserem Bundesland häufigen Lebensstilgruppen sehr hilfreich. Natürlich werden sich die meisten Menschen nicht zu 100 % in einer bestimmten Gruppe wiederfinden, die humoristische Ausgestaltung soll aber eine Zuordnung und ein Nachdenken über die einzelnen häufigen Lebensstiltypen erleichtern.

 

 

Erni und Ernest Erdapfel

Erni und Ernest Erdapfel gehören ebenfalls eher zur Generation der Babyboomer. Sie gelten als bodenständig, sind sich ihrer Pflichten bewusst und tragen Verantwortung gegenüber ihrer Familie. Sie setzen auf Bewährtes und stehen neuen Technologien eher skeptisch gegenüber. Wenn Energie oder Ressourcen gespart werden, dann aus Sparsamkeits- und Bequemlichkeitsgründen, nicht aber der Umwelt zuliebe. Erni und Ernest Erdapfel kaufen hochwertige Produkte, verwenden sie sehr lange und lassen auch reparieren. Von der Familie, Nachbarn und Bekannten lassen sie sich auch von nachhaltigen Investitionen überzeugen, wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung stimmt. Grundsätzlich werden robuste und ausgereifte Technologien, wie z.B. Biomasse-Anlagen bevorzugt. Da sehr viel Energie in die Herstellung von Produkten fließt, kann diese Rebound-Lebensstilgruppe mit ihrem geringen Wechselinteresse insgesamt zu einer Energieeinsparung beitragen.

Karla und Karl Karfiol

Karla und Karl Karfiol stehen für Babyboomer bzw. Menschen aus der Generation Silent, denen ein guter finanzieller Polster zur Verfügung steht. Sie sind grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien, müssen aber nicht zu den ersten gehören, die sie besitzen. Sie sind umwelt- und klimabewusst und zeigen das auch gerne nach außen. Die Photovoltaik-Anlage am Dach und ein Elektroauto in der Garage geben ihnen ein gutes Gefühl. Die Energie- und Ressourceneinsparung ist dabei aber nicht ausschlaggebend. Auch wird ungern auf etwas verzichtet und Sharingmodelle sind maximal innerhalb der Familie denkbar. Aufgrund der ohnedies guten finanziellen Ausgangslage ist diese Lebensstil-Gruppe eher über bewusstseinsbildende Maßnahmen als über finanzielle Anreize zu erreichen. In Oberösterreich ist diese Lebensstil-Gruppe potentiell am größten.